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DecodeME Genetic Study: Immune and Neuronal Dysregulation in Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS)

Prof. Dr. Chris Ponting, University of Edinburgh, UK

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DecodeME Genetic Study: Immune and Neuronal Dysregulation in Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS)

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Prof. Dr. Chris Ponting präsentierte die neuesten Ergebnisse von DecodeME, der bislang größten genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) zu ME/CFS. In der Kohorte wurden über 20.000 Teilnehmende erfasst, von denen rund 18.000 Speichelproben bereitstellten und bei etwa 15.500 Personen genetische Analysen durchgeführt wurden. Die bisherigen Ergebnisse bestätigen, dass ME/CFS eine polygene Erkrankung ist: Acht genomische Regionen weisen eine statistisch signifikante Assoziation mit der Erkrankung auf. Besonderes Gewicht kommt dem Befund zu, dass sich die geschätzte Heritabilität von ME/CFS auf neuronale Gewebe konzentriert – und nicht auf das periphere Immunsystem oder andere Organsysteme. Ähnliche Muster zeigten sich in Fibromyalgie-GWAS-Studien. Eine Humane Leukozytenantigen (HLA)-Assoziation, die auf adaptive Autoimmunität hindeuten würde, wurde hingegen nicht nachgewiesen, wobei Ponting betonte, dass Long-Read-Analysen der HLA-Region für eine abschließende Klärung noch ausstehen. Die aktuellen Daten ergeben zudem keinen Hinweis auf einen genetischen Unterschied zwischen Männern und Frauen – der ausgeprägte Frauenüberhang bei ME/CFS lässt sich auf genetischer Ebene derzeit nicht erklären und könnte auf Umweltfaktoren oder noch unentdeckte genetische Komponenten zurückzuführen sein. Als nächsten Schritt kündigte er eine Whole-Genome/Long-Read-Sequenzierung von rund 6.000 Proben mittels Nanopore-Technologie an, um seltene Varianten und strukturelle Veränderungen zu erfassen und die eigentlichen kausalen Gene zu identifizieren. BTN2A1 wurde dabei als besonders vielversprechender Kandidat hervorgehoben, der sowohl in Common-Variant- als auch in Rare-Variant-Analysen konsistent auffällt. Die Finanzierung für diese Projekterweiterung – „Sequence ME and Long COVID" – wurde inzwischen gesichert. Ponting betonte abschließend, dass DecodeME von Beginn an als Co-Produktion mit Betroffenen, Patient*innenvertretungen und Hilfsorganisationen gestaltet wurde, und bekräftigte die Absicht, Sequenzdaten bei Einverständnis der Teilnehmenden öffentlich zugänglich zu machen.