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Prof. Dr. Martina Seifert sprach über die Arbeit ihrer Gruppe zur Erforschung der vaskulären und endothelialen Zelldysregulation bei ME/CFS und Post-COVID-Syndrom. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Infektionen u.a. zu endothelialer Seneszenz und zu Veränderungen der Mikro-Ribonukleinsäure (MikroRNA)-Profile beitragen. Auch Mikrothromben könnten zu einer gestörten Durchblutung beitragen, ebenso wie Autoantikörper, die mitochondriale Veränderungen induzieren. Solche Veränderungen können die Endothelfunktion in großen und kleinen Gefäßen beeinträchtigen und zu zerebraler Hypoperfusion, orthostatischer Intoleranz und autonomer Dysfunktion führen. In ihrer Arbeit behandelte die Gruppe zunächst Endothelzellen mit Serum von Post-COVID-Patient*innen mit und ohne ME/CFS sowie von Kontrollpersonen. Die Ergebnisse zeigten erhöhte endothelzellenspezifische Antikörper in den Patient*innenkohorten. Anschließend analysierten sie das Serum auf Marker für vaskuläre Entzündungen und Neutrophile und konnten Marker für Apoptose und die Aktivierung von Neutrophilen-Extrazellulären Fallen (NETs) identifizieren. Die Gruppe konnte zwischen Patient*innen mit einem durch COVID-19 bedingten Krankheitsbeginn und Patient*innen, die nach anderen Infektionen erkrankten, unterscheiden, indem sie ausgewählte Marker mit klinischen Parametern wie Post-exertioneller Malaise (PEM), Fatigue oder Schwindel korrelierte. Das Forschungsteam untersuchte anschließend weitere Serumkomponenten in einer großen Studie mit gesunden Kontrollpersonen, indem es extrazelluläre Vesikel in Plasma und Serum analysierte. Durch eine Proteinsuche mittels Massenspektrometrie wurden Unterschiede in der Expression von herunter- bzw. heraufregulierten Proteinen zwischen Patient*innen nach COVID-19 und Patient*innen, die nach anderen Infektionen erkrankten, aufgedeckt. Zu den identifizierten und verifizierten Markern gehörten die Insulin-like growth factor-Bindungsprotein, säureinstabile Untereinheit (IGFALS), Thrombospondin und die Hämoglobin-Alpha-Kette. Um die Ursachen der Gefäßentzündung nach einer Infektion weiter zu erforschen, untersuchte die Gruppe auch das MikroRNA-Profil von Plasmavesikeln und fand eine starke Korrelation mit verschiedenen klinischen Scores für Fatigue, das Immunsystem, Muskel- und Gelenkschmerzen. Die verminderte Expression von MirkoRNA bei den untersuchten Patient*innen könnte zu einer unzureichend regulierten Immunantwort und einer persistierenden, niedriggradigen Entzündung führen. Die Ergebnisse könnten die Entwicklung potenzieller Biomarker ermöglichen, die vaskuläre Funktionsstörungen und hypoxiebedingte Veränderungen bei Patient*innen mit postinfektiösen Erkrankungen aufzeigen.