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Dr. Qiang Yu stellte eine Studie zu Neuroinflammation in der weißen Substanz bei ME/CFS vor, die auf einem fortgeschrittenen Diffusions-Magnetresonanztomografie (MRT)-Modell basiert. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass konventionelle Diffusions-Tensor-Bildgebungsverfahren (DTI) inkonsistente Befunde liefern und nicht zwischen Entzündung, Ödem und axonalem Schaden unterscheiden können. Frühere Daten der Gruppe hatten zudem Heterogenität je nach Erkrankungsverlauf gezeigt: erhöhte Diffusivität bei postinfektiösem Beginn, verringerte bei schleichendem Beginn. Um biologisch interpretierbarere Marker zu gewinnen, wandte das Team ein diffusionsbasiertes Neuroinflammations-Modell (NI-Modell) an, das das MRT-Diffusionssignal als Linearkombination multipler anisotroper Tensoren und eines Spektrums isotroper Diffusionskomponenten beschreibt. Daraus wurden drei Schlüsselparameter abgeleitet: NIHR (nicht-restriktiver isotroper Diffusionsanteil, assoziiert mit extrazellulärem Wasser und möglichem vasogenem Ödem), NIRF (restriktiver isotroper Diffusionsanteil, assoziiert mit Zellularität und möglicher Mikroglia-Aktivierung) sowie der Faseranteil (Fiber Fraction, der axonale Packungsdichte und Extrazellulärraumgröße reflektiert). In einer Kohorte von 67 ME/CFS-Patient*innen und 67 altersgematchten gesunden Kontrollen wiesen Patient*innen signifikant reduzierte NIHR- und NIRF-Werte sowie einen erhöhten Faseranteil auf. Diese werden interpretiert als Hinweise auf zelluläre Schwellung, veränderte Mikroglia-Zustände und einen reduzierten Extrazellulärraumanteil. Besonders bemerkenswert: Die NI-Modell-Parameter – nicht aber konventionelle DTI-Metriken – zeigten signifikante Assoziationen mit klinischen Werten, was den Mehrwert dieses Ansatzes unterstreicht. Dr. Yu betonte als Limitation, dass das NI-Modell nur indirekte Hinweise auf Neuroinflammation liefert und eine biologische Validierung durch Probenanalysen (Blut, Liquor, Gewebe) noch aussteht. In der abschließenden Diskussion wurden mögliche Mikroglia-Dysregulation und Glia-Fragmentierung – gestützt auf postmortale Befunde aus Amsterdam – thematisiert; Dr. Yu bekräftigte den Bedarf an multimodaler und interdisziplinärer Validierung.